Deposit-Lizenz

Zweck und Charakteristika - Unterscheidung von Open Content-Lizenzen

Wie der Begriff deposit andeutet, handelt es sich hierbei um eine Deponierungs- oder Archivierungslizenz. Beteiligt sind in der Regel zwei Seiten: Eine Rechteinhaberin oder ein Rechteinhaber (ggf. die Urheberin oder der Urheber) und die Instanz, bei der ein Werk deponiert/archiviert werden soll: also etwa ein Repositorium bzw. dessen Betreiberinnen oder Betreiber. Als Dritte können ggf. Betreiber von Print on Demand-Services ins Spiel kommen, falls der Rechteinhaber der Beauftragung einen solchen Services gestatten möchte bzw. darf.

Denn Deposit-Lizenzen finden meist nur dann Anwendung, wenn eine Weiternutzung eines Werkes über die Archivierung und ggf. Print on Demand hinaus eingeschränkt bzw. verhindert werden soll oder muss: Im Rahmen des klassischen Publikationsprozesses ("closed access": gedruckt oder online) treten Urheberinnen oder Urheber die Verwertungs- bzw. Nutzungsrechte eines Werkes oft zu großen Teilen (oder ausschließlich) an einen Verlag ab und behalten nur ein einfaches Nutzungsrecht (oder gar keins, falls dem Verlag die ausschließlichen Nutzungsrechte zugestanden wurden). Lediglich das Urheberrecht verbleibt vollständig bei der Urheberin oder dem Urheber.

Wenn Sie als Urheberin oder Urheber nur über ein einfaches Nutzungsrecht verfügen, können Sie, sofern mit dem Verlag nichts anderes vereinbart wurde, eine elektronische Version ihres Werkes (in der Regel eine PrePrint-Version - keinen Scan einer Verlagspublikation o.Ä.) in einem Respositorium (wie Gutenberg Open) archivieren. Dafür können Sie eine Deposit-Lizenz an ein Repositorium bzw. dessen Betreiberinnen oder Betreiber vergeben, die diesen das Recht einräumt, das Werk zu vervielfältigen und öffentlich zugänglich zu machen. Das Werk ist dann zwar im Internet zu finden und für alle einsehbar, darf aber nicht von Dritten weitergegeben oder -genutzt werden.

Das Gleiche gilt für den Fall, dass Sie zwar über das uneingeschränkte Verwertungs- bzw. Nutzungsrecht verfügen, aber die Weiterverbreitung über die Archivierung und Zugänglichmachung auf einem Repositorium hinaus einschränken wollen.

Wenn Sie jedoch (neben dem Urheberrecht) über das uneingeschränkte Verwertungs- bzw. Nutzungsrecht verfügen und eine weitere Verbreitung und Nachnutzung Ihres Werkes ermöglichen wollen, können Sie Ihr Werk mit einer Open Content-Lizenz versehen. Eine Open Content-Lizenz enthält immer auch die Rechte, die über eine Deposit-Lizenz vergeben werden können - geht aber in der Regel darüber hinaus.


Quellen

  • Michaela Voigt: Nutzungsrechte bei institutionellen Repositorien in Deutschland: Analyse der Rechteübertragung und Metadatenangaben. Masterarbeit, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I, publiziert am 23.10.2014, 2014, urn:nbn:de:kobv:11-100228326, S. 19f.
  • KIT-Bibliothek: Autorenrechte und Autorenvertrag.
  • SSOAR: Lizenzen